Bildungswege

29. März 2012, 11:13 Uhr,

Real-, Mittelschule, Gymnasium oder Orientierungsstufe? Der Wechsel in die Sekundarstufe I und die Wahl der richtigen Schulart will gut überlegt sein. Was und wie erklärt uns Jana.


Bildungswege

Bildung ist das Hauptthema dieses Blogs. Lebenslang ist jeder Mensch damit konfrontiert, denn das Leben ist Lernen. Oft kommt man an einen Scheideweg, und muss sich darüber klar werden, ob und wohin die Bildungsreise gehen soll.

Im Kindesalter gilt es dann vor allem für Eltern abzuwiegen und zu entscheiden, was das Beste für Ihren Nachwuchs ist. In der Schulzeit hat vor allem der Wechsel von Grundschule zu weiterführenden Einrichtungen eine große Bedeutung. Jana lässt uns an Ihren Überlegungen teilhaben, klärt ein wenig den Schul-dschungel und zeigt uns

Bildungswege

Es ist erst wenige Wochen her, dass den Viertklässlern Ihre Bildungsempfehlung für weiterführende Schulen übergeben wurde. Sachsenweit gibt es klare Richtlinien, sogenannte Notenbilder, auf denen Empfehlungen beruhen. Erfreulich für unser Bundesland wurde fast die Hälfte aller Kinder als geeignet befunden, später an  Gymnasien oder ähnlichen Einrichtungen weiter zu lernen. Mein Sohn bringt ebenfalls gute Leistungen, lernt gern und geht zurzeit in die 3. Klasse. Auch wenn uns noch etwas Zeit bis zur Entscheidung verbleibt, gab es dennoch bereits erste Gespräche zwischen Eltern und Lehrern und es gilt sich mit dem Thema intensiv vertraut zu machen.

In Berlin und Brandenburg entscheiden Eltern im Übrigen erst 2 Jahre später, denn die dortigen Grundschulen umfassen durchgängig 6 Klassenstufen. Keine schlechte Idee, da so den jungen Menschen noch etwas mehr Zeit zum „reifen“ gegeben wird. Das deutsche Bildungssystem umfasst eine Vielzahl an Schularten, wirklich verwirrend, da „natürlich“ jedes Bundesland seinen eigenen Weg geht.

Tasten wir uns also langsam durch den Dschungel.

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Von der Grundschule geht es in die nächst höheren Bildungsbereiche, den Sekundärstufen I und II.

Diesen zugeordnet sind Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Fachgymnasium. Aber halt, es gibt doch auch noch Mittelschulen, Regelschulen, Sekundarschulen, Stadtteilschulen, Oberschulen, Werkrealschulen, Gesamtschulen und Gesamthochschulen, oder nicht? Stimmt, doch zum Glück ist die Auswahl in Leipzig überschaubarer:

Mittelschule

  1. Klassenstufen 5 bis 9/ 10
  2. Hauptschulabschluss (9. Klasse) oder Realschulabschluss (10. Klasse)
  3. Praxisbezogene Lehrmethoden
  4. Auf berufliche Bildungswege ausgerichtet

Man sollte darauf achten, dass eine 2. Fremdsprache ab dem 6. Schuljahr gelehrt wird, damit der Umstieg in ein allgemeinbildendes Gymnasium problemlos möglich ist.

Orientierungsstufe

  1. Klassenstufen 5 und 6
  2. Orientierende Funktion
  3. Wechsel in andere Schularten möglich
  4. Mit Gymnasien und Mittelschulen abgestimmte Lehrpläne

Gymnasium

  1. Klassenstufen 5 bis 12
  2. Abschluss mit dem Abitur
  3. Theoretisch-wissenschaftliche Lehrmethodik
  4. Erlangung der allgemeinen Hochschulreife
  5. Auf anschließendes Studium ausgerichtet

Berufliches Gymnasium

  1. Klassenstufen 11 bis 13
  2. Voraussetzung ist ein Realschulabschluss oder eine berufliche Ausbildung
  3. Vermittelt neben allgemeinbildenden zusätzlich berufsbezogene Inhalte, je nach gewählter Fachrichtung
  4. Erlangung der allgemeinen Hochschulreife

Fachoberschule

  1. Klassenstufen 11 und 12
  2. Voraussetzung ist der Realschul- oder ein gleichwertiger Abschluss
  3. Vermittlung fachtheoretischer und –praktischer Lehrinhalte
  4. Erlangung der Fachhochschulreife und Berechtigung zum Studium an einer Fachhochschule

Auf den Punkt gebracht wird schnell deutlich, dass mehrere Wege zum möglichen Abitur und/ oder Studium führen. Damit haben auch Kinder, welche nicht den fürs Gymnasium notwendigen Notendurchschnitt von 2.0 vorweisen können, später die Chance dennoch zum Studium zu gelangen.

Sehr intensiv beschäftigte sich im Februar die Zeitschrift „Klasse“ (ein Magazin für Lehrkräfte, Eltern und Bildungsinteressierte) mit diesem Thema. Hier könnt Ihr es Euch (kostenlos) anschauen und downloaden.

Rundum informiert gilt es nun gemeinsam mit unserem Sohn den passenden Weg zu finden. Wie die Entscheidung ausfällt und ob wir damit richtig liegen, wir werden es sehen…

Welche eigenen Erfahrungen habt Ihr selbst mit weiterführenden Schulen gemacht? Wenn und Jemand davon erzählen oder einen Tipp geben möchte, zögert nicht die Kommentarfunktion zu nutzen.

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Über den Autor

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Ich bin Familienvater, Social Media begeistert, Wahl-Leipziger und liebe meine Region. Hier wohne, arbeite und schreibe ich. Mich bewegt alles rund um die Bildung, denn das Leben ist ein andauernder Lernprozess. Ich möchte dem Leser kulturelle und sportliche Events nahe bringen, texte gern über Reisen und scheue auch keine kontroversen Themen. Bloggen ist beruflich und privat zu mehr als einem Hobby geworden und macht mir beim Schreiben, und so hoffe ich auch Ihnen beim Lesen, eine Menge Spaß.

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    Ich denke grundsätzlich sollte jedes Kind (sofern es eine Empfehlung bekommt) defintiv auf das Gymnasium gehen. Kommt es dort absolut nicht zurecht, kann es später zum Beispiel zur 9. Klasse noch auf die Realschule gehen und dann den Abschluss machen. Dort hat er dann aber durch die Jahre auf dem Gymnasium einen deutlich höheren Wissensstand als auf der Real.

    Btw: In S.-A. wurde das System mit den Empfehlungen nach 4 Jahren o.ä. wieder abgeschafft, jetzt dürfen die Eltern wieder selber entscheiden. Deutschland, ein Bildungschaos..

    Marius 

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    Hey Marius,

    ich bin so ein klassischer Fall! Bis zur 11. Klasse war ich am Gymnasium, habe über kleine Umwege (USA) dann eine Lehre begonnen, im Anschluss daran die BOS (Fachabitur) gemacht und an der Fachhochschule BWL (Schwerpunkt Marketing) studiert. 

    Ich finde es absoluten Humbug in der 4. Klasse festzulegen, wohin der Weg führen soll. Wir hatten an der BOS Leute, die kamen über die Wirtschaftsschule und haben ihr Fachabitur geschafft! So schlimm ist unser Chaos gar nicht. Es bietet sogar sehr viele Möglichkeiten seinen Weg auch zu späteren Zeitpunkten noch zu finden.

    Allerdings sehe ich da eine fast schon banale Auflösung der gewissen Unübersichtlichkeit in den Gesamtschulen. Dort kann man seinen Weg evtl. mit weniger Zeit- und Freundesverlusten finden…

    @Jana: Wiedermal ein guter Beitrag, der zum Denken anstößt und den Blickwinkel auf relevante Dinge lenkt!

     

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